Tischlesung: Zuhören, ins Gespräch kommen, weiterziehen
Fünf Autor*nnen, fünf Tische, viele Geschichten: Bei der Tischlesung kommen die Texte zu dir. Die Autor*innen wandern von Tisch zu Tisch, lesen aus ihren Büchern und Texten und nehmen sich Zeit für ein persönliches Gespräch. Dann ziehen sie weiter – und die nächste Stimme nimmt Platz.
Eine literarische Begegnung im kleinen Kreis: nah, ungezwungen, zart und direkt. Ohne Bühne, ohne Distanz – dafür mit Geschichten auf Augenhöhe.
Das Café STOA sorgt mit kühlen Drinks und feinen Snacks für die passende Begleitung.
Es lesen:
Laraina Joller (*2004) aus ihrem Manuskript «Die Schleuse» (Arbeitstitel Romanprojekt)
Freundschaft | Heimat | ComingOfAge | Erwachsenwerden | Selbstfindung | Zusammenhalt |Romanprojekt
Elisabeth Meister (*1952) aus ihrem Buch «Amputierte Mutter. Die Geschichte einer Zwangsadoption» (Cosmos, Bern 2025)
Adoption | Scham und Schweigen | Frauengeschichte | Zeitgeschichte | Aufarbeitung
Carlo Leone Spiller (*1990) aus seinem Buch «In Wahrheit war es schön» (Nagel und Kimche, Zürich 2023)
Autofiktion |ComingOfAge | Schreiben als Lebensform | Junge Literatur
Nuia Maria Villiger (*2005) mit einem Überraschungstext
Wedekindpreis | Standing Ovation | Literatur Nachwuchs
Eni Yousuf (*1997) aus seinem Buch «Nach oben und von dort über die Dächer. Meine Flucht» (Cosmos, Bern, 2025)
Flucht und Ankommen | Überlebenswille | Mut | Neuanfang | Wahre Geschichte
Preise: CHF 15.- (regulär) / CHF 25.- (Gönner*innen-Beitrag)
Die Einnahmen kommen vollumfänglich den Autor*innen zu
Reservationen über: | spontane Besuche sind natürlich auch willkommen. Zahlbar mit TWINT oder in bar.
Organisiert vom Theaterkollektiv Das Hellraumprojekt | Mandatsträgerin «Theater und Performance» im SOCA
Hinweis zur Barrierefreiheit
Die Terrasse des Café Stoa ist rollstuhlgängig. Wenn du Fragen zu Zugänglichkeit oder individuellen Bedürfnissen hast, melde dich gern vorab – wir versuchen, so gut wie möglich Lösungen zu finden.
Infos zu den Autor*innen im Detail:
Laraina Joller: Die Schleuse (Arbeitstitel Romanprojekt)
Laraina wurde 2004 in einem Appenzeller Bauerndorf geboren und hat dieses Dorf seither nicht mehr verlassen. Sie hat keine Regelschule besucht und konnte von daher schon früh viel Zeit in die Literatur investieren. Im Alter von 15 Jahren begann sie eine Fernausbildung in kreativem Schreiben und hat seit deren Abschluss einige Stipendien erhalten und Kurzgeschichten veröffentlichen können. Nun ist sie dabei, erste größere Projekte fertigzustellen und zu veröffentlichen.
Aus einem dieser Manuskripte liest sie auch an der Tischlesung: Es trägt den Arbeitstitel ‚Die Schleuse‘ und behandelt im Groben die Themen von Heimat und Freundschaft, sowie das Erwachsenwerden und der Umgang mit Veränderung, auf die man keinen Einfluss hat.
Elisabeth Meister: Amputierte Mutter. Die Geschichte einer Zwangsadoption
Cosmos Verlag, 2025
1969 feiern Hippies die freie Liebe, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Joan Baez treten in Woodstock auf, im Kino läuft «Easy Rider». Und in Zürich bekommt Elisabeth ein Kind. Unverheiratet, ohne Kindsvater, 17 Jahre alt. Das durfte nicht sein in einer Welt, in der Väter jeden Samstag ihren Ford Taunus oder Opel Kapitän schamponierten, die Waschküche ein heiliger Ort war und das Treppenhaus am Sonntag nach Schmierseife zu riechen hatte. Der Druck von Behörden und Familie auf die junge Mutter wurde so gross, dass sie ihre Tochter schliesslich zur Adoption freigab.
«Ich bin meinem Kind keine Mutter gewesen.» Schmerz und Scham begleiteten fortan das Leben von Elisabeth. Ihr Buch gibt «amputierten» Müttern eine Stimme. «Sie stehlen sich durch die Gesellschaft und hoffen, dass ihnen niemand auf die Schliche kommt. Man sollte ihnen erlauben, endlich aufrecht zu gehen.»
Carlo Leone Spiller: In Wahrheit war es schön.
Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2023
Der Protagonist C. wird zu Beginn der Neunziger Jahre in eine Zürcher Künstlerfamilie geboren. Er schlittert die Kirchgasse herunter, streitet mit seinen Eltern, übt sich in Telepathie, entdeckt die Liebe und – das Schreiben. Doch einige Jahre sollen vergehen, bis C. tatsächlich am Schweizer Literaturinstitut studiert. Wilde Jahre in Buenos Aires, Zürich und Berlin sind der Hintergrund, vor dem C. zu dem wird, was man Schriftsteller nennt. Wie viel persönliche Arbeit dahinter steckt, und wie sehr Schriftsteller auf ihr Leben als Material zurückgreifen, davon erzählt dieses Buch.
Nuia Maria Villiger: Überraschungstext
Nuia hat ihre obligatorische Schulzeit in Baden absolviert und danach das Gymnasium in Wettingen besucht. Nach Abschluss des Gymnasiums hat sie ein einjähriges Praktikum in einem Kinderheim in Luzern gemacht und währenddessen mit ihrer Grossmutter zusammengewohnt. Nachdem sie an der Uni Basel ein Jahr lang Kulturanthropologie und Geschlechterforschung studiert hat, wechselt sie nun zu Psychologie. Im Januar 2026 hat Nuia im Aargauer Literaturhaus Lenzburg mit der Kurzgeschichte «Standing Ovation» den Wedekindpreis der Kategorie II gewonnen.
Eni Yousuf: Nach oben und von dort über die Dächer. Meine Flucht
Cosmos Verlag, 2025
Eni Yousuf ist neun, als er vom Bruder getrennt und in ein Kinderarbeitslager der Taliban verschleppt wird. In dieser Hölle aus Kohlenstaub und Gewalt wächst er heran, dreimal versucht er sich umzubringen. Im letzten Moment und mit allerletzten Kräften gelingt ihm eine verzweifelte Flucht. In diesem Buch erzählt er, wie er sich in die Schweiz durchgeschlagen, wie er mit YouTube Deutsch gelernt und wie er sich in Bern sein Glück organisiert hat.